Materialbilder

 

Erde Schichtung

Spur

In diesen großformatigen Arbeiten (85×106) verdichtet sich Malerei zu einer materiellen Erfahrung. Acrylfarbe wird nicht als deckende Oberfläche eingesetzt, sondern als Bindemittel für Sand, Pigment, textile Strukturen und sedimentartige Schichten. Der verwendete Sand stammt aus dem Mittelmeerraum und ist integraler Bestandteil der Bildsubstanz – nicht als Symbol, sondern als physische Realität.

Die Bildflächen entstehen durch Auftragen, Verdichten, Abtragen und erneutes Überlagern. Rechteckige Setzungen, vertikale Achsen und bogenartige Formen strukturieren die Kompositionen, ohne sie festzulegen. Geometrie erscheint hier nicht konstruktiv, sondern archaisch: als Ordnung, die sich aus der Arbeit mit dem Material ergibt.

Farblich dominieren erdige Töne – Ocker, Umbra, Grau, gebrochenes Weiß –, die an Mauerwerk, Landschaftsschnitte oder verwitterte Oberflächen erinnern. Das Weiß tritt nicht als Licht, sondern als Setzung auf: als Schnitt, Spur oder Markierung innerhalb der Masse. Risse, Körnungen und Unregelmäßigkeiten bleiben sichtbar und sind bewusst nicht geglättet.

Diese Arbeiten verweisen nicht auf konkrete Orte, sondern auf Prozesse: Sedimentation, Erosion, Verdichtung. Sie entziehen sich narrativen Lesarten und wirken zugleich ruhig und spannungsvoll. Die Bilder fordern ein langsames Sehen – ein Lesen der Oberfläche, Schicht für Schicht.